Innovative Fassadenlösungen für Energieeffizienz, Witterungsbeständigkeit und Kommunikation
Herausforderung
Die Fassade des Kunsthaus Graz besteht aus großformatigen, lichtdurchlässigen Kunststoffplatten (max. 2,8 × 2 m, ca. 300 kg), die als gestalterisches Element und Träger einer medial bespielbaren Fassade dienen. Unterhalb der Platten befinden sich eine wasserdichte Folie sowie eine Beleuchtungsinfrastruktur mit Neonröhren. Dieses Fassadensystem ist technisch veraltet, wartungsintensiv und verursacht hohe Betriebs- und Instandhaltungskosten.
Aufgrund des hohen Gewichts und der Höhe, in der die Platten montiert sind, ist für Demontage- und Montagearbeiten immer der Einsatz von speziellen Arbeitsbühnen erforderlich. Dies führt zu erheblichem Kosten- und Zeitaufwand bei Reparaturen, beim Austausch von Leuchtmitteln sowie bei Wartungsarbeiten an der Fassade. Zusätzlich erfordern die Platten ein komplexes externes Brandschutz- und Löschsystem, dessen Wartung ebenfalls kostenintensiv ist.
Die funktionale Trennung von Fassade und Außenhaut (Fassendverkleidung) stellt eine weitere Schwachstelle dar. Die eingesetzte Folie zur Abdichtung ist über die Jahre zunehmend undicht geworden, was zu häufigeren Wartungseinsätzen und erhöhtem Risiko von Feuchtigkeitsschäden führt.
Die aktuelle Fassade reguliert das Innenraumklima unzureichend und erfüllt somit nicht die thermischen Anforderungen. Das Erhalten der idealen Klimabedingungen (kontrolliertes Klima) im Gebäude ist besonders kostenintensive.
Ein zusätzlicher Handlungsbedarf ergibt sich aus der Beleuchtungstechnologie: Das Inverkehrbringen von Neonröhren wurde EU-weit eingestellt. Der vorhandene Lagerbestand reicht nur noch für wenige Jahre, wodurch ein Technologiewechsel für die Multimediafassade zwingend erforderlich wird.
Fragestellung
Gewünschtes Ergebnis
Ziel dieser Innovationschallenge ist es, innovative, sowohl technisch ausgereifte als auch experimentelle und langfristig wirtschaftliche Lösungen für die Fassadenkonstruktion und/oder Dachhaut des Kunsthauses kennenzulernen. Gesucht werden marktreife Produkte oder Forschungskonzepte, die die bestehende Fassade funktional und technologisch weiterentwickeln, ohne die äußere Wahrnehmung und Geometrie zu verändern – konstruktive Optimierungen im Hintergrund sind jedoch zulässig.
Die Lösung soll die derzeit hohen Aufwände für Montage, Demontage, Wartung und Instandhaltung deutlich reduzieren und gleichzeitig die Betriebssicherheit erhöhen. Es wird nach einer robusten, witterungsbeständigen und langlebigen Lösung gesucht, die eine Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren ermöglicht und mit geringen laufenden Kosten verbunden ist.
Ein weiteres wesentliches Ziel ist die funktionale Verbesserung der Dachhaut. Diese soll dauerhaft wasserdicht ausgeführt sein und möglicherweise selbstschließende oder weitere integrierte Zusatzeigenschaften, wie zum Beispiel Energiegenerierung oder Beleuchtung aufweisen, um die Anfälligkeit für Undichtigkeiten zu minimieren. Unternehmen haben die Möglichkeit, Lösungsansätze einzureichen, die entweder die bestehende Trennung von Fassade und Wetterschicht verbessern oder beide Funktionen in einem integrierten System vereinen.
Darüber hinaus sollen innovative Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes berücksichtigt werden. Dies umfasst insbesondere Maßnahmen zur Reduktion des Kühl- und Heizbedarfs, zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes sowie – sofern technisch sinnvoll – die Integration von Energieerzeugung oder energierelevanten Zusatzfunktionen in die Fassadenlösung. Zu beachten ist dabei, dass die Fassadenelemente das Gewicht der aktuell eingesetzten Lösung nicht überschreiten dürfen, um die Kompatibilität mit der bestehenden Konstruktion zu gewährleisten. Informationen zur aktuellen Lösung sind im Anhang zu finden.
Die Fassadenlösung muss weiterhin eine kommunikative, multimediale Nutzung (dynamische Bespielung) ermöglichen und den Ersatz der veralteten Neonbeleuchtung durch eine zukunftsfähige, haltbare, verfügbare und wartungsarme Technologie unterstützen. Die Möglichkeit, die Außenhaut medial zu bespielen, wird als ein wesentlicher Teil der Lösung betrachtet. Das Kunsthaus Graz ist dabei auch offen dafür, kreative neue Ideen kennenzulernen.
Zusätzlich wird eine nachhaltige Ausgestaltung der Lösung angestrebt. Diese soll sich in der Auswahl langlebiger, möglichst ressourcenschonender Materialien, in einer positiven Umweltbilanz sowie – sofern verfügbar – in entsprechenden Nachweisen oder Zertifizierungen widerspiegeln. Das Gewicht der eingesetzten Materialien muss mit der bestehenden Unterkonstruktion kompatibel sein und darf dieses nicht überschreiten.
Nicht-Ziele:
• Neubau sowie fundamentale Veränderung der bestehenden Gebäudeform, Fassadengeometrie oder des architektonischen und künstlerischen Stils
• kurzlebigen Lösungen mit einer Lebensdauer von unter 20 Jahren
• Verwendung stark brennbarer Materialien oder Systeme mit erhöhten Anforderungen an Brandschutz und Wartung
• Erhöhung des Energieverbrauchs oder Verschlechterung der energetischen und klimatischen Gebäudeeigenschaften
• Lösungen mit Wartungsintervallen von weniger als 3 – 5 Jahren und laufenden Betriebskosten
• Mangelnde Kompatibilität mit der bestehenden Unterkonstruktion
Aufruf zur Einreichung
Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, ihre Konzepte, Prototypen oder Lösungsansätze einzureichen. Bitte stellen Sie eine kurze Beschreibung der Lösung, der Kosten (Angabe von sowohl Beschaffungs- als auch von Wartungskosten), Kompatibilität und Nachhaltigkeit sowie erste Hinweise zur technischen Umsetzbarkeit bereit.
Unternehmen reichen bis zum 10.06.2026 über das Online-Formular ein:
Beschreibung:
Der Fokus der Beschreibung soll zu den Bewertungskriterien passen. Überzeugen Sie mit nachvollziehbaren Anwendungsfällen und Referenzen.
Zusammenfassung des Mehrwerts:
Bringen Sie das Alleinstellungsmerkmal und entscheidende Vorteile auf den Punkt! Was macht Ihre Lösung besonders innovativ? Was zeichnet sie aus?
Vertrauliche Informationen (nur für die Jury):
Diese Information kann über die Plattform vertraulich eingereicht werden.
In dieses Textfeld können Sie weitere Informationen eintragen, die Sie ausschließlich mit den Projektverantwortlichen teilen möchten. Alternativ ist die Zusendung einer PDF per E-Mail an die Moderatoren der Challenge möglich.
Zusätzlich braucht es ein Titelbild. Dieses ist Ihr visuelles Aushängeschild bei der Übersicht der Einreichungen zu dieser Challenge.
Optional können Sie auch noch eine Datei anhängen. Diese Datei soll die Texte der Formularfelder ergänzen, aber nicht ersetzen und wiederholen! Nutzen Sie den Dateianhang z.B. für Grafiken.
WICHTIGER HINWEIS: Einreichungen im Konsortium sind möglich. Fassen Sie sich kurz (Richtwert: maximal 10-12 Präsentationsfolien oder 4-5 Din A4 Seiten). Wir befinden uns mit der Challenge in der Markterkundung. Es ist daher nicht notwendig, extra für diesen Anlass ausgearbeitete Entwürfe oder Machbarkeitsstudien zu erstellen.
Nutzen der Challenge und weiterer Projektverlauf
Das Kunsthaus Graz erhält mit dieser Challenge einen Überblick über Lösungswege und potenzielle Partner. Die Jury aus internen Experten lädt danach jene Unternehmen zu einem Innovationsdialog am 08.07.2026 ein, deren Lösungen bei den Bewertungskriterien besonders positiv hervorstechen.
Für Unternehmen bedeutet dies: Durch die Beteiligung an der Challenge gelangen Sie auf das Radar des öffentlichen Auftraggebers. Ihre Einreichung bleibt auch nach Abschluss der Challenge als Ihre Visitenkarte für weitere Interessierte einsehbar. Sie bringen sich für weitere Einkaufsprojekte der öffentlichen Hand in Stellung. Sind Sie unter den Gewinnern der Challenge und werden zum abschließenden Innovationsdialog eingeladen, dann können Sie bei einem Marktgespräch Ihre Lösung präsentieren. Sie tauschen sich direkt mit den Projektverantwortlichen aus.
Dadurch entsteht auf Seiten des öffentlichen Auftraggebers Sensibilität und Verständnis für passende Innovationen. Dies ist wichtig, damit der öffentliche Auftraggeber nach der Markterkundung innovative Zugänge beim allfälligen Einkaufsprojekt nach dem Bundesvergabegesetz berücksichtigen kann.
Vergaberechtlicher Hinweis des Sponsors:
Festgehalten wird, dass das Kunsthaus Graz dem Vergaberecht unterworfen ist. Die gegenständliche Markterkundung stellt ausdrücklich keinen Beschaffungsvorgang im Sinne des BVergG in der geltenden Fassung dar, sondern soll als Form einer IÖB-Markterkundung lediglich als Vorstufe für eine zukünftige Beschaffung unter Anwendung etwaiger Beschaffungsrichtlinien und des BVergG dienen.
Abhängig von den Ergebnissen sieht der weitere Projektplan folgendes vor:
Im Rahmen dieser Markterkundung möchte das Kunsthaus Graz neue Lösungsansätze kennenlernen, um innovative Ansätze in zukünftigen Projekten berücksichtigen zu können. Auch die Durchführung von Pilotprojekten zur Erprobung der innovativen Ansätze ist möglich.
Dateien & Infos
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Dann reichen Sie ein!
Fragen zur Challenge
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