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Fahrradmitnahme im ÖPNV neu gedacht

Challenge
NEU
Aktuelle Phase
Endet am: 23.11.2025
  1. Aufruf und Einreichungen
    Aktuelle Phase: 25.08.2025 - 23.11.2025
  2. Rückfragen beginnt am 24.11.2025
  3. Jury-Bewertung beginnt am 12.01.2026
  4. Bekanntgabe der Gewinner ab 30.01.2026
Online seit 25.08.2025

Herausforderung

Als Anbieter von öffentlichem Personennahverkehr in der Bike-City Innsbruck steht die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB) durch die steigende Anzahl an FreizeitsportlerIinnen wie z.B. MountainbikerInnen, vor einer großen Herausforderung. Gleiches gilt für den Verkehrsverbund Tirol (VVT), der PendlerInnen, FreizeitsportlerInnen sowie TouristInnen zu diversen (Ausflugs-)zielen samt Fahrrad befördert. Im Zuge der Attraktivierung des ÖPNV erhöht sich die Beförderungszahl im innerstädtischen sowie im regionalen Verkehr sehr schnell und es wird immer wichtiger, kurze Taktzeiten zu ermöglichen und Platz für alle Fahrgäste zu schaffen. Um dies sicherzustellen, muss sowohl auf Zubringerlinien für Freizeitangebote als auch auf Linien für BerufspendlerInnen eine effiziente Lösung implementiert werden, welche ein schnelles Be- und Entladen von Fahrrädern aller Art ermöglicht.

Derzeit sind unterschiedliche Heckträgerlösungen im Einsatz:
Bei der IVB sind statische Heckträger auf der Linie J montiert. Durch den rapiden Technologieaufschwung durch E-Bike und Downhill-Fahrräder und der damit verbundenen steigenden Anzahl an FreizeitsportlerInnen stößt die Lösung an ihre Grenzen. Bei der aktuellen Lösung handelt es sich um eine starre geschweißte Stahlvorrichtung für bis zu 4 Fahrräder mit einer U-Hakenförmigen Aufnahme für das Vorderrad am oberen Ende des Heckträgers und einer Führung am unteren Ende des Heckträgers. Zwei V-förmige Bügel oben und unten sichern die Fahrräder vor Pendeln (siehe Challengebild). Der Verladeprozess sieht es vor, dass die Fahrgäste das Fahrrad auf eine Höhe von ca. 2,1 Meter hinaufheben, bis die Felge des Vorderrads in der Aufnahme liegt. Danach muss das Hinterrad in die Führung gestellt und das Fahrrad durch ein Gummi-Expander am Hinterrad befestigt werden. Bei der aktuellen Lösung stellen vor allem das Gewicht der Sportgeräte und die Höhe der Aufnahme von ca. 2,1 Meter große Herausforderungen für viele Fahrgäste dar. Insbesondere bei der Mitnahme von E-Bikes und Downhill-Fahrrädern, ist es vielen Fahrgästen fast unmöglich, das Fahrrad allein und möglichst schnell auf dem Heckträger zu befestigen. Durch den engen Takt und die lebhafte Umgebung im innerstädtischen Verkehr passiert es regelmäßig, dass die LenkerInnen Fahrgäste mit Fahrrädern übersehen und diese unbemerkt versuchen das Fahrrad zu verladen und dabei entweder erfolglos bleiben oder der/die LenkerIn beim Verladevorgang seine Fahrt fortsetzt.

Beim VVT sind diverse Heckträgermodelle im Einsatz. Hier sind bereits Lösungen im Einsatz, bei denen _per Gasdruckfeder das Aufhängen der Räder vereinfacht wird. Der Arm mit der Radaufhängung wird hinuntergezogen, das Vorderrad wird eingehängt, durch leichtes Anschieben am Sattel wird das Rad fast von alleine hinaufbefördert. Allerdings sind die verschiedenen Modelle nicht intuitiv bedienbar und erfordern diverse Arbeitsschritte und damit auch viel Zeit für die Sicherung und vollständige Montage. Derzeit sind die FahrerInnen in 90% der Fälle gefragt, bei der Be- und Entladung zu unterstützen – das Ziel wäre, dass die FahrerInnen aus diesem Vorgang herausgehalten werden und an ihrem Fahrerplatz bleiben können. Ein Erklärvideo zur Bedienung des meistverwendeten Heckträgermodells beim VVT ist hier zu sehen: https://www.vvt.at/mobilitaet/rad
Aufgrund steilerer Streckenabschnitte (15% - 17% Steigung sind keine Seltenheit) ist eine gewisse Montagehöhe der Heckträger erforderlich, da vermieden werden muss, dass die Fahrräder am Heck auf der Straße schleifen.

Verbesserungsbedarf besteht daher in der Ausführung des Heckträgers von statischer Aufhängung hin zu dynamischer Unterstützung bei der Fahrrad Be- und Endladung mit intuitiver Bedienbarkeit, unter Berücksichtigung der technischen Limitationen sowie kritischer Faktoren des ÖPNV (z.B. Taktzeit, Vorgaben des Fahrers, Sicherheit, etc.).
Die aktuell bekannten Lösungen sind zu arbeitsintensiv oder zu schwer bedienbar, als dass diese nahtlos in den Busverkehr des ÖPNV integrierbar wären.

Fragestellung

Wie kann eine effiziente und sichere Lösung zur Be- und Entladung von (E-)Fahrrädern am Heck von Bussen im ÖPNV aussehen?

Gewünschtes Ergebnis

Der neue Fahrradträger soll durch ein unterstützendes technisches System oder eine unterstützende Bauweise des Heckträgers eine leichte und intuitive Bedienbarkeit aufweisen. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Fahrgast das System sicher und unkompliziert nutzen kann. Ziel ist es, die Transportmöglichkeiten für Fahrräder jeder Art unabhängig von Alter und körperlichen Voraussetzungen der Fahrgäste im ÖPNV deutlich zu verbessern und dazu beizutragen, den Anteil an nachhaltigen Fortbewegungsformen am Gesamtverkehrsaufkommen zu erhöhen. Durch die komfortable Integration des Fahrradtransports wird die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel attraktiver gestaltet und somit ein wichtiger Beitrag zur Förderung nachhaltiger Mobilität geleistet. Zusätzlich soll ein Meldesystem an den / die FahrerIn mitgedacht werden, um auch das Fahrpersonal zu entlasten und das Aufmerksamkeitsfeld gezielt auf den Ver- und Entladeprozess zu erweitern.
Die gesuchte Lösung soll darüber hinaus eine hohe Kreislauffähigkeit der verwendeten Materialien aufweisen. Der Fahrradträger soll so konzipiert sein, dass Teile leicht ausgetauscht werden können und dieser am Ende der Lebensdauer möglichst vollständig recycelt werden kann. Dies unterstreicht das Bekenntnis zu ökologischer Verantwortung und Ressourcenschonung und soll daher in den eingereichten Lösungen unbedingt berücksichtigt werden.
Insgesamt steht der neue Fahrradträger für Innovation, Nachhaltigkeit und BenutzerInnenfreundlichkeit – und setzt damit neue Maßstäbe im Bereich der intermodalen Mobilität.

Zusammengefasst ist bei der Be-/Entladung wichtig, dass sie:

  • Leicht und intuitiv verständlich ist (ohne Bedarf eines Erklärvideos) und keine Stresssituation für KundInnen und FahrerInnen darstellt
  • Wenig Arbeitsschritte erfordert
  • Unabhängig von körperlichen Voraussetzungen (Körperkraft, Größe, Alter, etc.) funktioniert
  • So schnell wie möglich ablaufen kann
  • der Fahrer ein Signal erhält, dass das Rad sicher montiert ist (keine Flaschen, Taschen, sonstiges Equipment mehr am Rad) -> als optionaler Teil der Challenge zu verstehen
  • der Fahrer mitbekommt, dass am Heck das Rad auf-/abgehangen wird (Rückfahrkameras sind nicht überall vorhanden und z.T. derzeit durch Heckträger verbaut)
  • sichere Befestigung, ohne andere Räder oder das eigene Rad zu beschädigen
  • kostengünstig in der Anschaffung ist

Nicht-Ziele:

  • Spezialräder wie Lastenräder, Dreiräder, Liegeräder, Fatbikes müssen nicht befördert werden können
  • Doppelstockbusse sind nicht zu berücksichtigen
  • Gelenkbusse sind aktuell nicht zu berücksichtigen
  • Keine Anhänger oder ähnliche Lösungen, welche das Ziehen einer externen Vorrichtung verlangt
  • Keine Überkonstruktion mittels Roboterarm o.Ä. , die einen vertretbaren Kostenrahmen sprengen würden

Aufruf zur Einreichung

Nutzen Sie die Chance und präsentieren Sie Ihre innovativen Ansätze. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH zusammen mit dem Verkehrsverbund Tirol suchen nach konkreten Produkten und Konzepten, die zeitnah realisierbar sind und die effiziente Mitnahme von Fahrrädern am Heck von Bussen ermöglichen.
Unternehmen reichen über das Online-Formular bis zum 23.11.2025 ein:

Beschreibung:
Gehen Sie vor allem darauf ein, mit welcher Lösung Sie zum gewünschten Ergebnis beitragen würden. Beschreiben Sie den Gesamtansatz Ihrer Lösung sowie die technische Umsetzung und Integration in den Alltag des ÖPNV.

Der Fokus der Beschreibung soll zu den Bewertungskriterien und den kritischen Punkten für den ÖPNV passen. Bitte berücksichtigen Sie, dass der technische Zugang hinter der eingereichten Lösung möglichst transparent dargestellt werden soll. Zusätzlich sollen sowohl die Herleitung der Idee/ des Produkts, als auch der verwendete Ansatz hinter der neuen Lösung klar und leicht nachvollziehbar dargestellt werden. Zeigen Sie anhand einer Visualisierung, wie Ihre Lösung in der Praxis aussehen kann! Teilen sie ein Foto oder eine Skizze in pdf-Format, um Ihre Lösung zu visualisieren.

Unbedingt zu berücksichtigende Punkte im ÖPNV-Linienverkehr:

  • leichte, intuitive und schnelle Bedienbarkeit zur Einhaltung von Taktzeit und Pünktlichkeit
  • Linienführung - Steigungen und Engstellen auf der Strecke
  • Signal an Fahrer bei Be- oder Entladung
  • Fahrgäste müssen den Träger unabhängig von Größe, Alter, Kraft, usw. Bedienen können
  • Maximale Fahrzeuglänge inkl. Aufbau und Fahrrad am Heck soll 13,5 Meter nicht überschreiten (KflG– Die Fahrzeuglänge ohne Aufbau beträgt 12 Meter)

Wenn möglich überzeugen Sie mit nachvollziehbaren Anwendungsfällen und Referenzen. Teilen Sie Ihre Vorstellungen bezüglich eines Projektverlaufs mit (Wünsche, Hinweise an die Projektverantwortlichen). Weiters ist eine Visualisierung der eingereichten Lösung von Vorteil, bei welcher das Produkt und die Funktionalität ersichtlich sind.

Zusammenfassung des Mehrwerts
Bringen Sie das Alleinstellungsmerkmal und entscheidende Vorteile auf den Punkt! Was macht Ihre Lösung besonders innovativ? Was zeichnet Sie aus?

Vertrauliche Informationen (nur für die Jury):
Geben Sie uns einen Eindruck davon, was Ihr Vorschlag finanziell und in Punkto Aufwand in etwa bedeutet. Das hilft den Sponsoren das Beschaffungsprojekt frühzeitig im richtigen Rahmen zu konzipieren. Schildern Sie diese Informationen gerne mit Bezug zum Referenzprojekt.
In dieses Textfeld können Sie weitere Informationen eintragen, die Sie ausschließlich mit den Projektverantwortlichen teilen möchten. Alternativ ist die Zusendung eines pdf per E-Mail an den Moderator/die Moderatorin der Challenge möglich.

Zusätzlich braucht es ein Titelbild. Dieses ist Ihr visuelles Aushängeschild bei der Übersicht der Einreichungen zu dieser Challenge.

Optional können Sie auch noch eine Datei anhängen. Diese Datei soll die Texte der Formularfelder ergänzen aber nicht ersetzen und wiederholen! Nutzen Sie den Dateianhang z.B. für Grafiken.

WICHTIGER HINWEIS: Einreichungen im Konsortium sind möglich. Halten Sie sich kurz (Richtwert: maximal 10-12 Präsentationsfolien oder 4-5 Din A4 Seiten. Wir befinden uns mit der Challenge in der Markterkundung. Es ist daher nicht notwendig extra für diesen Anlass ausgearbeitete Entwürfe oder Machbarkeitsstudien zu erstellen. Die Dokumente sollen der garantierten Lesbarkeit zugute im Dateiformat .pdf und/oder .jpeg (o.Ä. Bilddatei) übermittelt werden.

Referenzen
Falls Sie bereits ein marktreifes Produkt haben, fügen Sie Referenzen bzw. Referenzprojekte inkl. Fotos zu Ihrer Einreichung hinzu.

Nutzen der Challenge und weiterer Projektverlauf

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB) sowie der Verkehrsverband Tirol (VVT) erhalten mit dieser Challenge einen Überblick über Lösungswege und potentielle Partner. Die Jury aus internen Experten lädt danach jene Unternehmen zu einem Innovationsdialog ein, deren Lösungen bei den Bewertungskriterien besonders positiv hervorstechen. Halten Sie sich für den Innovationsdialog den 18.02.2026 frei.
Für Unternehmen bedeutet dies: Durch die Beteiligung an der Challenge gelangen Sie auf das Radar des öffentlichen Auftraggebers. Ihre Einreichung bleibt auch nach Abschluss der Challenge als Ihre Visitenkarte für weitere Interessierte einsehbar. Sie bringen sich für weitere Einkaufsprojekte der öffentlichen Hand in Stellung. Sind Sie unter den Gewinnern und werden zum abschließenden Innovationsdialog eingeladen, dann können Sie bei einem Marktgespräch Ihre Lösung präsentieren. Sie tauschen sich direkt mit den Projektverantwortlichen aus. Dadurch entsteht auf Seiten des öffentlichen Auftraggebers Sensibilität und Verständnis für passende Innovationen. Dies ist wichtig, damit der öffentliche Auftraggeber nach der Markterkundung innovative Zugänge beim allfälligen Einkaufsprojekt nach dem Bundesvergabegesetz berücksichtigen kann.

Abhängig von den Ergebnissen sieht der weitere Projektplan folgendes vor:

Die beiden Verkehrsunternehmen wollen sich mit den Ergebnissen aus der Challenge den Weg eröffnen, um einen Teil der Busflotte von je rund 10 Fahrzeugen mit den neuen Fahrradträgern auszurüsten. Dies verlangt nach starken Partnern, welche IVB und den VVT ganzheitlich bei der Implementierung der möglichen Lösungen unterstützen.
Mögliches Potenzial: Die Busflotte der IVB umfasst 106 Busse, wovon 49 Solo-Busse bereits mit Heckträger ausgestattet sind. Aktuell werden bei der IVB nur Solo-Busse mit Fahrradträger ausgestattet und es besteht die Bereitschaft die 49 bereits ausgestatteten Busse und zukünftige Busse mit neuen Heckträgern auszustatten Die Flotte des VVT umfasst 680 Busse. Beim VVT sind bereits ca. 380 Busse mit Heckträgern ausgestattet, zudem werden bei allen Neuvergaben – dort wo gesetzliche möglich – Heckträger montiert.

Dateien & Infos

Sie haben die passende Lösung?
Dann reichen Sie ein!

Fragen zur Challenge

Posten Sie Ihre Frage zur Challenge. Die Moderatorin /der Moderator prüft, recherchiert und veröffentlicht Ihre Frage gemeinsam mit der Antwort. Alle möglichen Teilnehmer erhalten so die gleichen Informationen.

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