Ereignismanagement und Verkehrsbeobachtung aus der Vogelperspektive
Herausforderung
Die ASFINAG ist landesweit für den operativen Betrieb der knapp 2.270 Kilometer der österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen zuständig. Damit die Nutzenden dieser Straßen auch möglichst schnell und sicher an ihren Zielort gelangen, ist es für die ASFING wichtig, in Ereignisfällen in kürzester Zeit und zielgerichtet zu reagieren. Dadurch können Rettungsketten schnell in Gang gesetzt, Umleitungen großräumig eingerichtet und Staus schneller beseitigt werden. Um das aktuell hohe Niveau noch weiter zu steigern, sucht die ASFINAG im Rahmen dieser IÖB-Challenge nach technologischen Lösungen für das umfassende Ereignismanagement und anlassbezogene Verkehrsbeobachtung aus der Vogelperspektive.
Die aktuell im Einsatz befindlichen Kameras liefern zwar Livebilder, decken jedoch nicht das gesamte Straßennetz der ASFINAG ab und können aufgrund ihrer Standortbindung keine Bilder aus der Vogelperspektive bieten. Bilder von oben werden jedoch immer wieder benötigt, um die Gesamtlage besser einschätzen und koordinieren zu können sowie eine umfassende Verkehrsbeobachtung durchzuführen. Darüber hinaus liefern die bisher eingesetzten Kameras zum Teil Bilder in zu geringer Auflösung, um wichtige Details z.B. im Falle eines Verkehrsunfalles genau zu erkennen und den Rettungskräften schon vor dem Eintreffen am Ereignisort die wichtigsten Informationen durchgeben zu können.
Obwohl Unfälle nicht vollständig vermeidbar sind, arbeitet die ASFINAG daran, Ereignisse bestmöglich zu verhindern und eingetretene Vorfälle rasch und professionell abzuwickeln. Dabei stehen die schnelle Wiederherstellung des Normalzustands, eine klare und konsistente Informationsweitergabe sowie die Vermeidung von Folgeereignissen im Mittelpunkt. Gleichzeitig erfordert das Zusammenspiel mit Polizei, Behörden und Einsatzorganisationen eine enge, koordinierte Zusammenarbeit. Jedes Ereignis, jeder Unfall ist anders. Um die Rettungskräfte gut zu koordinieren und die Organisationen entlang der Rettungskette möglichst früh mit Informationen zu versorgen, erlangt die schnelle und umfangreiche Sammlung missionskritischer Informationen immer größere Wichtigkeit.
Neben den stationär verbauten Kameras können aktuell Livebilder oder Informationen zum Ereignis durch die Traffic Manager der ASFINAG in die Verkehrsleitzentrale weitergeleitet werden. Das ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass diese Traffic Manager möglichst schnell zum Ereignisort gelangen, was sich bei Staus immer wieder als schwierig erweist. Darüber hinaus können Informationen so erst nach Einlangen der Mitarbeitenden weitergegeben werden anstatt möglichst zeitnah nach dem Ereignis, idealerweise vor dem Eintreffen der ersten Kräfte.
Daher sucht die ASFINAG nun nach neuen Lösungen, um Informationen zur Ereignislage noch schneller und unabhängig von der Verkehrslage zu sammeln und an die Verkehrsleitzentrale weiterzuleiten.
Fragestellung
Gewünschtes Ergebnis
Im Rahmen dieser IÖB Challenge sucht die ASFINAG nach technologischen Lösungen, die möglichst schnell umfangreiche Informationen von einem Ereignisort an die Verkehrsleitzentrale weiterleiten. Durch eine Übermittlung von Livebildern aus der Vogelperspektive auf den Ereignisort können sich die verantwortlichen Mitarbeitenden der ASFINAG schnell einen Überblick über die Lage verschaffen und geeignete Gegenmaßnahmen veranlassen (z.B. missionskritische Informationen schnell an Rettungskräfte weitergeben, damit diese schon vor Eintreffen vor Ort die wichtigsten Informationen erhalten) und nach deren Eintreffen weitere Unterstützung bieten. Dafür sollte die Lösung schneller vor Ort sein, als es Traffic Managern oder Rettungskräften vom Boden aus möglich ist.
Neben dem Einsatz im Ereignisfall soll die Lösung auch zum Verkehrsmonitoring (z.B. in Hauptreisezeiten oder bei hoher Auslastung durch Schwerverkehr zur Stau- und Unfallprävention) als Ergänzung zum Streckendienst am Boden eingesetzt werden können, um so zur weiteren Erhöhung der Qualität, Arbeitssicherheit und Effizienz beizutragen.
Die gesuchte Lösung soll nicht nur 24/7, sondern bei so gut wie allen Wettersituationen (Sonne, Regen, Schnee, stärkerer Wind, Nebel, …) eingesetzt werden können. Der Start bzw. Steuerung soll auf Knopfdruck automatisch erfolgen, dennoch ist jederzeit ein Eingriff durch die ASFINAG sicherzustellen (z.B. Abbruch der Mission, Notlandung, Umleitung, …). Dafür stehen entlang der bestehenden Streckeninfrastruktur auch mögliche Notlandezonen zur Verfügung. Darüber hinaus soll die gesuchte Lösung selbstständig/automatisch zum Ereignisort gelangen, ohne, dass sich vor Ort oder auf der Strecke zum Ereignisort eine Person zur Beobachtung befindet. Dafür ist es von Bedeutung, die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Nähere Informationen dazu finden Sie weiter unten. Nach Rückkehr zur Basis sollten die eingereichte Lösung innerhalb kurzer Zeit wieder einsatzbereit sein, um möglichst schnell auf weitere Ereignisfälle regieren zu können.
Gesucht wird nach Technologien, die die geforderten Aspekte abdecken und die ASFINAG beim Ereignismanagement und dem Verkehrsmonitoring durch Livebilder unterstützen. Je nach Situation sollen Livebilder zur späteren Auswertung datenschutzkonform gespeichert werden können. Dafür werden Kamerasysteme benötigt, die sowohl am Tag als auch in der Nacht scharfe Bilder von Einsatzort liefern. Die Nachrüstbarkeit weiterer Sensoren oder Kameras sollte ebenfalls mitgedacht werden. Die ASFINAG ist gegenüber den verwendeten Technologien, Größe der Lösung sowie der möglicherweise nötigen Antriebstechnologie gegenüber offen, solange diese für das gewünschte Einsatzszenario geeignet sind.
Nicht Ziele:
• Lösungen, die nicht automatisch zum Ereignisort gelangen können
• Lösungen, die nicht bei diversen Wetterbedingungen eingesetzt werden können
• Lösungen, die aktuelle Regularien und Sicherheitsstandards nicht erfüllen
Anmerkung zur Bewertung:
Die Evaluierung der rechtlichen Umsetzung des UAS-Betriebs erfolgt insbesondere innerhalb des rechtlichen Rahmens der EU-VO 2019/947 sowie nationaler Regulative wie Luftfahrtgesetz und Luftverkehrsregeln in der aktuell geltenden Fassung.
Links zu relevanten Regularien:
https://www.dronespace.at/
https://www.easa.europa.eu/en/regulations/unmanned-aircraft-systems-uas
Aufruf zur Einreichung
Nutzen Sie die Chance und präsentieren Sie Ihre innovativen Ansätze. Die ASFINAG sucht nach Unternehmen bzw. Kooperationspartnern, die dabei unterstützen, im Ereignisfall Livebilder in hoher Qualität möglichst schnell an die Verkehrsleitzentrale zu übermitteln.
Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, ihre Konzepte, Prototypen oder Lösungsansätze einzureichen. Bitte stellen Sie eine kurze Beschreibung der Lösung, den Mehrwert für Sicherheit und Kosten sowie erste Hinweise zur technischen Umsetzbarkeit bereit.
Unternehmen reichen bis zum 19. Mai 2026 über das Online-Formular ein:
Beschreibung:
Reichen Sie Ihre Idee über das Online-Formular ein. Beschreiben Sie Ihre technische Lösung, den Gesamtansatz sowie laufenden Support und mögliche Schulungsmaßnahmen. Legen Sie dar, wie eine Unterstützung im laufenden Betrieb aussehen könnte und wie Wartungen sowie der Austausch einzelner Teile aussehen könnte. Achten Sie darauf, dass Ihr Konzept zu den Anforderungen und Bewertungskriterien passt.
Legen Sie die Kosten explizit dar und gehen Sie gerne auch auf andere Beschaffungsmodelle als den Kauf der Lösung ein. Gehen Sie ebenfalls darauf ein, ob Ihre Lösung bereits über eine aufrechte Bewilligung verfügt oder was zur Bewilligung nötig ist (besonders in Hinblick auf SORA – Specific Operational Risk Assessment). Gehen Sie in diesem Zusammenhang auch auf implementierte Sicherheitssysteme sowie einen möglichen Zeitplan für eine dauerhafte Implementierung ein.
Fokussieren Sie sich in Ihrer Einreichung auf den Use Case der ASFINAG Autobahnmeisterei Ried im Innkreis und legen Sie dar, wie eine Skalierung auf weitere ASFINAG Standorte aussehen könnte. Weitere Informationen zum Standort finden Sie im Download-Bereich.
Zusammenfassung des Mehrwerts:
Was macht Ihre Lösung besonders innovativ? Was zeichnet sie aus? Anwendungsbeispiele im Zusammenhang mit der Autobahnmeisterei Ried im Innkreis, Referenzen und ein realistischer Projektverlauf helfen bei der Bewertung.
Vertrauliche Infos (nur für die Jury):
Diese Information kann über die Plattform vertraulich eingereicht werden.
In dieses Textfeld können Sie weitere Informationen eintragen, die Sie ausschließlich mit den Projektverantwortlichen teilen möchten. Alternativ ist die Zusendung einer PDF per E-Mail an die Moderatoren der Challenge möglich.
Optional können Sie auch noch eine Datei anhängen. Diese Datei soll die Texte der Formularfelder ergänzen, aber nicht ersetzen und wiederholen! Nutzen Sie den Dateianhang z.B. für Grafiken.
WICHTIGE HINWEISE:
Einreichungen im Konsortium sind möglich. Fassen Sie sich kurz (Richtwert: maximal 10-12 Präsentationsfolien oder 4-5 Din A4 Seiten). Wir befinden uns mit der Challenge in der Markterkundung. Es ist daher nicht notwendig, extra für diesen Anlass ausgearbeitete Entwürfe oder Machbarkeitsstudien zu erstellen
Nutzen der Challenge und weiterer Projektverlauf
Die ASFINAG erhält mit dieser Challenge einen Überblick über Lösungswege und potenzielle Partner. Die Jury aus internen Experten lädt danach jene Unternehmen zu einem Innovationsdialog ein, deren Lösungen bei den Bewertungskriterien besonders positiv hervorstechen. Dabei können die Lösungen und eine mögliche Kooperation für ein Proof of Concept erstmals vorbesprochen werden. Halten Sie sich für den Innovationsdialog den 01. Juli 2026 frei!
Für Unternehmen bedeutet dies: Durch die Beteiligung an der Challenge gelangen Sie auf das Radar des öffentlichen Auftraggebers. Ihre Einreichung bleibt auch nach Abschluss der Challenge als Ihre Visitenkarte für weitere Interessierte einsehbar. Sie bringen sich für weitere Einkaufsprojekte der öffentlichen Hand in Stellung. Sind Sie unter den Gewinnern und werden zum abschließenden Innovationsdialog eingeladen, dann können Sie bei einem Marktgespräch Ihre Lösung präsentieren. Sie tauschen sich direkt mit den Projektverantwortlichen aus.
Dadurch entsteht auf Seiten des öffentlichen Auftraggebers Sensibilität und Verständnis für passende Innovationen. Dies ist wichtig, damit der öffentliche Auftraggeber nach der Markterkundung innovative Zugänge beim allfälligen Einkaufsprojekt nach dem Bundesvergabegesetz berücksichtigen kann.
Abhängig von den Ergebnissen sieht der weitere Projektplan folgendes vor:
Im Rahmen dieser Markterkundung möchte die ASFINAG neue Lösungsansätze kennenlernen, um innovative Ansätze im Rahmen einer möglichen Ausschreibung berücksichtigen zu können. Auch die Durchführung von Pilotprojekten ist möglich.
Dateien & Infos
Sie haben die passende Lösung?
Dann reichen Sie ein!
Fragen zur Challenge
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